Prüfpunkt IL’Entrée
Es gibt Texte, die einen langsam an der Hand nehmen. Und es gibt diesen. Er beginnt nicht, er ist einfach da: „Super!!!“. Kein Vorwort, keine Einordnung, keine Erwähnung der Weinkarte. Die Inspektorin, gewohnt an Kritiken, die drei Absätze benötigen, um beim Brot anzukommen, musste kurz die Straßenbahnstange festhalten.
Prüfpunkt IILa Komposition
Vier Wörter, präzise gesetzt. Das erste ein Urteil, das zweite ein Versprechen, das dritte eine Absicht, das vierte ein Bekenntnis zur Wiederholung. Wo andere über Texturen sprechen, ist dieser Text selbst Textur: drei Rufzeichen, die nicht dekorieren, sondern tragen. Ein viertes Rufzeichen hätte die Balance zerstört. Ein zweites hätte zu wenig gewagt.
Bemerkenswert ist, was fehlt. Kein Wort zum Gericht. Keines zum Service. Keines zum Ambiente. Die Rezension vertraut darauf, dass der Leser selbst weiß, was „super“ in diesem Fall bedeutet. Das ist Reduktion in ihrer reinsten Form, eine Lektion für eine ganze Branche.
Prüfpunkt IIILe Bildmaterial
Beigefügt ist ein einzelnes Foto: ein Teller, leicht unscharf, aus einem Winkel aufgenommen, der an einen Menschen erinnert, der sich gerade hinsetzen wollte. Was auf dem Teller liegt, bleibt Geheimnis. Die Inspektorin glaubt, eine Zitronenspalte zu erkennen. Sie ist sich nicht sicher. Sie hat es auch nicht nötig.
L’AdditionKriterien im Einzelnen
| Kriterium | Anmerkung | Löffel |
|---|---|---|
| Adjektivdichte | Eines. Es genügt. | 1 |
| Rufzeichen-Komposition | Drei, perfekt austariert | 0,875 |
| Lesedauer | Unter einer Sekunde, kein Lesebändchen nötig | 1 |
| Informationsgehalt | Bewusst verweigert | −19,5 |
| Bildsprache | Zitronenspalte (vermutet) | −1,25 |
| Aufrichtigkeit | Man glaubt jedes Wort, alle vier | 1 |
Auch dieser Gesamtwert wurde nach Gefühl ermittelt. Die Inspektorin fühlte sehr viel.
Le Guide Lekka ist eine Satire. Die besprochene Rezension ist ein Beispiel ohne Bezug auf eine reale Person oder ein reales Lokal.